Montag, 23. März 2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

durch die Corona-Pandemie erfahren die Menschen aller Generationen derzeit Einschränkungen größten Ausmaßes. Was zunächst mit dem Verzicht zur Durchführung größerer Veranstaltungen sowie der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen begann, steigerte sich bis Anfang dieser Woche sukzessive soweit, dass unser soziales Miteinander auf ein absolutes Minimalmaß reduziert ist.

Bund, Länder und Kommunen sind gezwungen, durch regulierende Maßnahmen derart drastisch einzugreifen, dass die Menschen in einem ihrer höchsten Güter eingeschränkt sind – in dem verfassungsmäßig garantierten Recht auf Freiheit der Person.

Aber diese einschneidenden Regeln in Gestalt von Rechtsverordnungen und Allgemeinverfügungen sind notwendig – notwendig, um Leben zu retten!

Es gilt, den Ausbreitungsprozess des Virus zu verlangsamen, um insbesondere den Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, zu helfen, damit sie im Falle einer Infektion bestmögliche Behandlung in einem Krankenhaus erfahren können.

Neben den gesundheitsgefährdenden Folgen des Virus tritt ein wirtschaftlicher Aspekt hinzu. Unsere ländliche Region ist stark vom Mittelstand geprägt, und dieser wiederum bietet Arbeitsplätze. Viele selbstständig Tätige stehen infolge des Einnahmeausfalls vor der Frage, ob sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterbeschäftigen können. Von solchen Entscheidungen hängen Existenzen ab.

Als Rathaus sind wir bestrebt, Hilfe in dem für uns möglichen Rahmen anzubieten. So finden Sie auf der Homepage der VG Altenkirchen-Flammersfeld unter www.vg-ak-ff.de wichtige Hinweise über Nachbarschafts- und Einkaufshilfen, über Liefer- und Abholservices verschiedener Anbieter und über die staatlichen Hilfen für Selbstständige. Mit diesen Hinweisen möchten wir sowohl dem Verbraucher, wie auch den Geschäfts- und Ladenbesitzern Unterstützung in dieser schwierigen Zeit geben.

In einigen Ortsgemeinden sowie in der Kreisstadt Altenkirchen wurden Nachbarschaftshilfen gegründet. Sollte es an Ihrem Wohnsitz ein solches Hilfsangebot nicht geben, werden wir als Verwaltung auf Wunsch für Sie vermittelnd tätig. Gerne dürfen Sie sich im Rathaus Altenkirchen (Tel. 02681/85-0, Mail rathaus@vg-ak-ff.de) näher informieren.

In unseren Kindertagesstätten und Grundschulen sind Notgruppen eingerichtet, damit die Kinder von Eltern mit sogenannten „systemrelevanten Berufen“ sowie die Kinder von Alleinerziehenden ausreichende Betreuung finden. Auch hierzu erhalten Sie Informationen unter vorgenanntem Kontakt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich bin mir sicher, dass wir alle gemeinsam durch verantwortungsbewusstes und solidarisches Handeln diese ernste Situation überwinden werden!  In dieser Zeit, in der wir alle bislang unbekanntes Neuland betreten, ist es notwendig, räumlich auf Abstand zu gehen, aber gleichwohl gedanklich zusammenzustehen.

Mein ausdrücklicher Dank gilt Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, für die Akzeptanz all der unerlässlichen Einschränkungen. Und ich danke den vielen Pflegekräften, den Ärztinnen und Ärzten, den Kameradinnen und Kameraden im Rettungsdienst, im Brand- und Katastrophenschutz, den Ordnungskräften sowie den Freiwilligen, die Nachbarschaftshilfe leisten. Insbesondere spreche ich den Beschäftigten in der Lebensmittelbranche meinen aufrichtigen Dank aus. Ohne sie wäre die Grundversorgung der Bevölkerung nicht gewährleistet.

Lassen Sie uns diese kritische Zeit aber auch nutzen, um vielleicht das Eine oder Andere zu hinterfragen, das bislang die Vergangenheit geprägt hat – regional und global.

Raiffeisens Gedanke „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele!“ bekommt dieser Tage wieder ein Gesicht. 
Ich wünsche Ihnen allen beste Gesundheit!

Ihr

Fred Jüngerich

Keine Sitzungen, keine Termine: Bürgermeister, egal auf welcher Ebene auch immer, sind quer durch die Republik dank Corona-Krise arbeitstechnisch gesehen in einer völlig neuen Situation. Der "Chef" der VG Altenkirchen-Flammersfeld, Fred Jüngerich, muss sich natürlich ebenfalls der aktuellen Lage anpassen. Wie ihm das gelingt, erklärt er in einem Gespräch.

Von wegen mehr Freizeit: Bürgermeister Fred Jüngerich ist in dieser Zeit vor allem im Verwaltungssitz im Altenkirchener Rathaus beim Innendienst gefordert. (Foto: hak)

Er ist ein Mensch, der sich liebend gerne unters Volk mischt, hier und da seine Aufwartung macht, aber auch Sitzungen der zahlreichen Gremien der neuen Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld zu leiten hat. Bürgermeister Fred Jüngerich muss sich "dank" Corona-Krise auf eine völlig andere Situation mit komplett geänderten Arbeitsabläufen einstellen und seinen Job umstrukturieren. Wie er das organisiert, berichtet er im Exklusivinterview:

Ein Bürgermeister ohne Termine und Sitzungen: Haben Sie sich auf die neue Situation eingestellt?
Es ist eine ungewohnte Situation. Termine gibt es dennoch in Form interner Besprechungen, insbesondere mit dem Ordnungsamt. Aber die derzeitige Phase ist natürlich in keiner Weise mit der Normalität vergleichbar.

Was bleibt Ihnen überhaupt noch zu tun?
Die Einsätze unseres Ordnungsamtes müssen mit den dort Verantwortlichen vorbesprochen und koordiniert werden. Darüber hinaus erreichen uns viele unterschiedliche Fragen aus der Bevölkerung. Zumeist geht es darum, die sich in den letzten beiden Wochen permanent ändernden Regelungen der Rechtsverordnungen des Landes und der Allgemeinverfügungen des Landkreises den Bürgerinnen und Bürgern, den Ladenbesitzern etc. zur Auslegung und individuellen Anwendung näher zu bringen. Außerdem denke ich natürlich vor: Irgendwann, hoffentlich zeitnah, wird wieder das "normale Leben" Einzug halten. Dann wird es einiges nachzuholen geben.

Nutzen Sie die Zeit, um Überstunden abzubauen?
Die aufgewendete Arbeitszeit eines Bürgermeisters fällt ausschließlich in den Bereich der "Normalstunden".

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Arbeit der VG-Verwaltung aus?
Wir haben den Verwaltungsbetrieb in beiden Rathäusern komplett umgestellt. Die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten von zu Hause, die im Haus verbliebenen haben getrennte Teams gebildet, soweit das machbar ist.In einigen Kindertagesstätten haben wir Notgruppen eingerichtet, damit die Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen und von Alleinerziehenden Betreuung finden. Unser Bauhof arbeitet weitestgehend unverändert. Beim Arbeiten im Freien ist es ja möglich, die notwendigen Abstände einzuhalten.

Kommen überhaupt noch Menschen nach vorheriger Absprache ins Rathaus, um Dinge zu klären?
Bevor wir vergangenen Mittwoch das Rathaus grundsätzlich geschlossen haben, kamen noch recht viele Besucher. Vor den Bürgerbüros saßen zeitweise sogar mehr Leute als vor der Corona-Pandemie. Seit der Schließung kommen wenige, um unaufschiebbare Dinge zu klären; vielleicht drei, vier Menschen pro Tag.

Stehen auch urplötzlich Menschen vor verschlossenen Türen, denen schließlich gesagt werden muss, dass ihre Anliegen nicht ad hoc behandelt werden können?
Wir haben kommuniziert, dass Notfälle und Unaufschiebbares nach vorheriger Terminvereinbarung abgearbeitet wird. Das bleibt auch so. Wenn jemand vor dem Rathauseingang steht, dem wir aktuell nicht helfen können, so erklären wir nochmals die Sachlage, schicken aber niemanden ohne Erklärung nach Hause.

Die Arbeit der Gremien ruht: Wie schwer wiegt die Absage der VG-Ratssitzung Anfang April, in der der erste Haushalt der neuen VG Altenkirchen-Flammersfeld verabschiedet werden sollte?
Wir befinden uns momentan in der Interimszeit, also in der Zeit der sogenannten "Vorläufigen Haushaltsführung". Wir haben zwar noch keine für das Haushaltsjahr 2020 in Kraft getretene Haushaltssatzung, der erste gemeinsame Haushalt der neuen VG Altenkirchen-Flammersfeld wurde aber bereits am 12. März im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss vorberaten und dem VG-Rat zur abschließenden Beschlussfassung empfohlen. Daher weiß ich, dass alle Fraktionen den neuen Haushalt mittragen. Mit dieser guten Erkenntnis können wir arbeiten.

Bleiben aktuell weitere Dinge auf der Strecke, die die Fusion betreffen?
Die verwaltungsseitige Umsetzung der Fusion war im Fluss und gerät durch die jetzige Phase auch nicht ins Stocken. Mein Gefühl sagt mir sogar das Gegenteil. Die Kolleginnen und Kollegen der früheren eigenständigen Verwaltungen unterstützen sich bestens. Die laufenden Baumaßnahmen werden durch unsere Techniker im Bauamt weiterhin betreut. Verzögerungen im Bausektor sind aber nicht auszuschließen.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Fred Jüngerich ist bekannt dafür, sich sportlich sehr fit zu halten. Wo und wie werden die Trainingseinheiten derzeit absolviert?
Ich gehe draußen joggen und habe eine - wenn auch begrenzte - Trainingsmöglichkeit zu Hause im Keller.

Quelle: AK Kurier´, Volker Held
https://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/88970-so-geht-vg-buergermeister-juengerich-mit-der-corona-krise-um

 

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